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 C2 - Lärmbelastung

1) Anteil Betroffener von Lden > 65 dB an der Gesamtbevölkerung
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: S, Einheit: [%]

2) Anteil Betroffener von Lnight > 55 dB an der Gesamtbevölkerung (nachts)
(Machbarkeit:1, DPSIR-Einstufung: S, Einheit: [%]


Stand: 01.07.2019

Grafische Darstellung, Trend und Status :

Wählen Sie die darzustellenden Bundesländer aus:

Baden-Württemberg
Bayern
Berlin
Brandenburg
Bremen
Hamburg
Hessen
Mecklenburg-Vorpommern
Niedersachsen
Nordrhein-Westfalen
Rheinland-Pfalz
Saarland
Sachsen
Sachsen-Anhalt
Schleswig-Holstein
Thüringen
Deutschland




Abb.: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anteil Betroffener von Lden > 65 dB in [%]


Abb.: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anteil Betroffener von Lnight > 55 dB in [%]

Definition und Berechnungsverfahren:

Durch den Indikator wird der prozentuale Anteil der Bevölkerung in tendenziell geräuschbelasteten Gebieten erfasst, der dauerhaft einem definierten Geräuschpegel ausgesetzt ist. Es sollen für die Bestimmung der Betroffenheiten die Überschreitungen der Lärmindizes der EU-Umgebungslärmrichtlinie (Richtlinie 2002/49/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 25. Juli 2002 über die Bewertung und Bekämpfung von Umgebungslärm) herangezogen werden. Das wird durch zwei Teilindikatoren umgesetzt.

Indikator C2.1): Durch diesen Teilindikator wird der Anteil von kartierungspflichtigem Umgebungslärm Betroffener des 24-StundenLärmindexes Lden > 65 dB an der Gesamtbevölkerung des Bundeslandes dargestellt.

Indikator C2.2): Durch diesen Teilindikator wird der Anteil von kartierungspflichtigem Umgebungslärm Betroffener des Nacht-Lärmindexes Lnight > 55 dB an der Gesamtbevölkerung des Bundeslandes dargestellt. Für Niedersachsen und Nordrhein-Westphalen lagen zum 31.12.2018 noch nicht alle Daten der Lärmkartierung vor. Die Daten sind daher vorläufig.

Die Betroffenheiten sind für alle Ballungsräume und die Umgebungen der Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken und Großflughäfen zu bestimmen, für die strategische Lärmkarten im Sinne der EU-Umgebungslärmrichtlinie aufzustellen sind. Aufgrund der Methodik sind Mehrfachzählungen von Betroffenen möglich, z. B. zugleich durch Großflughafen und Hauptverkehrsstraße oder Straßenverkehr und Hauptverkehrsstraße betroffen. In Übereinstimmungen mit den Untersuchungszeiträumen der EU-Umgebungslärmrichtlinie und auf Grund der Tatsache, dass signifikante Auswirkungen auf den Geräuschpegel erst bei erheblichen Veränderungen der Technologien bzw. der Verkehrsmengen auftreten, ist die Fortschreibung des Indikators alle 5 Jahre vorzunehmen. Zu beachten ist, dass in die Untersuchung nicht das ganze Bundesland sondern nur lärmbelastete Gebiete im Einflussbereich von Hauptgeräuschquellen einfließen, die die Kriterien nach §47c BImSchG erfüllen.

Die aktuell dargestellten Daten haben den Stand 30.12.2018 (Berechnung) gehen jedoch auf die Lärmkartierung zum 30. Juni 2017 zurück. Die der Kartierung zu Grunde liegenden Eingangsdaten sollen die Situation des vorangegangenen Jahres widerspiegeln und stammen im Wesentlichen aus dem Jahr 2016. Daher wird der Anteil der der betroffenen Bevölkerung mit Stand 31.12.2016 errechnet Die Betroffenenzahlen wurden durch das Umweltbundesamt auf Basis der Berichterstattung aus den Bundesländern sowie des Eisenbahn-Bundesamtes zusammengestellt. Die einbezogenen Daten beinhalten die Erfassungen zu Hauptverkehrsstraßen, Haupteisenbahnstrecken, Großflughäfen und in den Ballungsräumen (ohne Straßenbahnverkehr, da diese Betroffenen i.d.R. bereits in den Daten zum Straßenverkehr enthalten sind.

Für Niedersachsen lagen zum 31.12.2018 noch nicht alle Daten der Lärmkartierung vor. Die Daten für Niedersachsen sind daher noch vorläufig.

Bedeutung:

Bei Dauerbelastungen oberhalb von 65 dB(A) am Tag und 55 dB(A) während der Nacht besteht nach neuen medizinischen Erkenntnissen ein signifikant höheres gesundheitliches Risiko von Herz-Kreislauf-Erkrankungen, von Bluthochdruck und weiteren Erkrankungen unabhängig davon, ob die Geräusche von den Betroffenen bewusst als störend wahrgenommen werden oder nicht. Durch die Erfassung der Betroffenheiten für die Ballungsräume sowie in der Umgebung von Hauptverkehrswegen und Großflughäfen wird als Indikator eine Größe benutzt, die entsprechend den Anforderungen der EU-Umgebungslärmrichtlinie exakt ermittelt und fortlaufend beobachtet werden muss.

Ein großer Anteil der Gesamtbevölkerung, der hohen Geräuschbelastungen ausgesetzt ist, wohnt in diesen Gebieten. Der prozentuale Anteil Betroffener in den Stadtstaaten sowie in den dicht besiedelten Ländern Nordrhein-Westfalen und Hessen, die von einem engmaschigen Hauptverkehrsnetz und der Lage mehrerer Großflughäfen geprägt sind, liegt im Vergleich zu anderen Ländern auf einem deutlich höheren (schlechteren) Niveau. Demgegenüber erreicht der Wert der Betroffenen im dünnbesiedelten Mecklenburg-Vorpommern den prozentual niedrigsten Wert. Bei einer länderübergreifenden Betrachtung sind Mehrfachzählungen (z. B. Lärmbetroffenheiten durch Großflughäfen und Hauptverkehrsstraßen oder durch Hauptverkehrsstraßen und Haupteisenbahnstrecken) nicht auszuschließen, betreffen jedoch alles Bundesländer gleichermaßen.

Hinweise zur Interpretation

Die Indikatoren C2.1) und C2.2) sind normiert. Bei einer länderübergreifenden Interpretation sind Mehrfachzählungen (z. B. durch Großflughafen und Hauptverkehrsstraßen), die eingeschränkte Erhebungskulisse (Gebiete nach §47c BImSchG) und noch fehlende Haupteisenbahnstrecken zu beachten.

Landesspezifika / Stand:

 

Datenlage

Zielstellungen

2018

Ministerium für Verkehr und Infrastruktur BW: Bis zum Jahr 2020 sollen gegenüber dem Jahr 2012 20 % weniger Menschen einer verkehrsbedingten, gesundheitsschädlichen Lärmbelastung ausgesetzt sein (L_night>55dB(A) gemäß Lärmkartierung Straßenverkehr).

2018

Empfehlung des Sachverständigenrates für Umweltfragen (SRU): Die Gesamtlärmbelastung der Bevölkerung im Wohnbereich ist auf Vorsorgezielwerte für den Dauerschallpegel dauerhaft abzusenken, kurzfristig auf Werte von tags 65 dB(A) und nachts 55 db(A). Langfristig sind tags 55 dB(A) (entsprechend einer Unterhaltung auf Zimmerlautstärke) und nachts 45 dB(A) anzustreben.

2018  

Lärmaktionsplan 2008: mittelfristige Zielwerte 65/55 dB/A tags/nachts

2018

 

2018  

Die Zahl der Betroffenen soll mittelfristig verringert werden. (über 24 Stunden: Lärmpegel von >65 dB(A), nachts Lärmpegel von >55 dB(A)) / Aktionsplan 2013

2018

 

2018  

Minderung der Geräuschemissionen aus dem Verkehr und Minderung der Geräuschbelastung durch Fluglärm

2018

 

2018

 

2018

Zu 1) Nachhaltigkeitsstrategie für NRW (2016):
Bis 2030 ist unter Berücksichtigung der Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) die Gesamtbelastung in Wohnbereichen deutlich abzusenken.

Zu 2) Umweltbericht NRW 2016:
Bis 2030 soll die Lärmbelastung in Wohngebieten deutlich gesenkt werden- unter Berücksichtigung der Empfehlungen der WHO (die den Schwellenwert für krank machenden Lärm nachts bei 40 dB ansetzt und nächtliche Belastungen über 55 dB als zunehmend gesundheitsgefährdend beurteilt).  

2018

 

2018

 

2018

Einhaltung von 65db(A) tags und 55 dB(A) nachts

2018

Absenkung auf 65 dB(A) tagsüber und < 55 dB(A) in der Nacht

2018

 

2018

 

2018  

Minderung der Belästigung durch Lärm um 20 Prozent im Flugverkehr, um 30 Prozent im Straßenverkehr und in der Binnenschifffahrt sowie um 50 Prozent im Schienenverkehr. Quelle: Nationales Verkehrslärm-Schutzpaket II (2009)  

Klärungsbedarf, Weiterentwicklung, weitere Schritte:

Die bei der Lärmkartierung gesammelten Erfahrungen sind für die weitere Gestaltung des Lärmindikators zu berücksichtigen. Ab dem Jahr 2012 trat mit der zweiten Stufe der Umgebungslärmrichtlinie nochmals eine Ausweitung der Untersuchungsgebiete in Kraft, die unter anderem infolge der Einbeziehung von Hauptverkehrsstraßen mit einer täglichen Verkehrsbelegung von mehr als 8000 Kfz (gegenwärtig: 16000 Kfz) deutlich höhere Betroffenheitszahlen erwarten lässt. Danach erfolgt eine Fortschreibung anhand der gleichen Kriterien alle 5 Jahre. Langfristig wird durch die EU die europaeinheitliche Festlegung der Rechen- und Beurteilungsverfahren zur Bestimmung der Geräuschemissionen und Geräuschimmissionen angestrebt.

"Verwandte" Indikatoren im Set:

LIKI-Vertreter

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Grundsatzangelegenheiten Umwelt, Landwirtschaft, Ländliche Entwicklung
Pillnitzer Platz 3
01326 Dresden
Tel.: 0351-2612-2100
 

Fachansprechpartner

Sächsisches Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie
Anlagenbezogener Immissionsschutz, Lärm
Söbrigener Straße 3a
0351 Dresden
Tel.: 0351-2612-5211

 Datentabelle: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anteil Betroffener von Lden > 65 dB in [%]

  2014 2018
Baden-Württemberg 3,4 2,7
Bayern 3,1 2,8
Berlin 8,0 8,8
Brandenburg 3,4 1,7
Bremen 7,5 7,0
Hamburg 7,7 7,2
Hessen 6,0 4,6
Mecklenburg-Vorpommern 1,6 1,2
Niedersachsen 3,5 2,5
Nordrhein-Westfalen 6,0 5,6
Rheinland-Pfalz 4,2 3,2
Saarland 4,8 3,5
Sachsen 2,9 2,9
Sachsen-Anhalt 3,5 2,2
Schleswig-Holstein 2,7 1,9
Thüringen 3,5 2,2
Deutschland 4,4 3,8

 Datentabelle: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anzahl Betroffener von Lden > 65 dB

  2014 2018
Baden-Württemberg 364600 299500
Bayern 398100 356000
Berlin 286100 315400
Brandenburg 82700 42100
Bremen 49700 47700
Hamburg 135600 130700
Hessen 365500 286100
Mecklenburg-Vorpommern 25200 19400
Niedersachsen 271100 201700
Nordrhein-Westfalen 1052900 998200
Rheinland-Pfalz 167500 131800
Saarland 47500 35100
Sachsen 117900 117100
Sachsen-Anhalt 78400 48100
Schleswig-Holstein 77600 54400
Thüringen 76500 46700
Deutschland 3596900 3130000

 Datentabelle: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anteil Betroffener von Lnight > 55 dB in [%]

  2014 2018
Baden-Württemberg 5,0 3,9
Bayern 4,7 4,0
Berlin 9,9 10,8
Brandenburg 5,3 2,4
Bremen 11,7 10,2
Hamburg 9,7 9,4
Hessen 9,2 6,5
Mecklenburg-Vorpommern 2,1 1,5
Niedersachsen 5,9 4,3
Nordrhein-Westfalen 8,3 7,6
Rheinland-Pfalz 6,4 5,5
Saarland 6,1 5,3
Sachsen 3,9 3,6
Sachsen-Anhalt 4,7 3,3
Schleswig-Holstein 3,8 2,7
Thüringen 4,5 2,7
Deutschland 6,3 5,3

 Datentabelle: nach EU-Umgebungslärmrichtlinie Anzahl Betroffener von Lnight > 55 dB

  2014 2018
Baden-Württemberg 534200 429500
Bayern 593900 519200
Berlin 352500 386600
Brandenburg 128600 61100
Bremen 77300 69400
Hamburg 170700 169400
Hessen 561100 401600
Mecklenburg-Vorpommern 34100 23900
Niedersachsen 461500 342700
Nordrhein-Westfalen 1464100 1365500
Rheinland-Pfalz 256700 225500
Saarland 60100 52900
Sachsen 157600 147500
Sachsen-Anhalt 105800 74600
Schleswig-Holstein 108000 76700
Thüringen 97900 57300
Deutschland 5164100 4403400

 © Länderinitiative Kernindikatoren 2020

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